Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz

An einem Bekenntnis zum Umwelt- und Ressourcenschutz kommt heute kein Unternehmen mehr vorbei. Die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen erfordern ein gemeinsames Handeln, um ein nachhaltigeres Wirtschaften zu ermöglichen. Durch den verstärkten Rückfluss von Materialien lassen sich Ressourceneinsatz und Abfallproduktion reduzieren. In diesem Zug wurde die Waste Framework Directive beschlossen, die einen wesentlichen Baustein zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft darstellt. Die Aufmerksamkeit richtet sich hierbei besonders auf Substanzen mit besonders gefährlichen Eigenschaften. SVHC (Substances of Very High Concern) stellen insbesondere beim Recycling von Produkten ein Risiko für Gesundheit und Umwelt dar. Sukzessive wird der Einsatz solcher Stoffe regulatorisch beschränkt, um ihre Substitution zu erwirken. Parallel hierzu sind Hersteller oder Importeure von Substanzen, sowie Hersteller komplexer Produkte verpflichtet, Substanzen im Sinne der Material Compliance in ihren Produkten auszuweisen. Die SCIP-Datenbank wird seitens der Behörden Dreh- und Angelpunkt für die Durchsetzung der Deklarationspflicht sein. Die ordnungsgemäße Deklaration ab 5. Januar 2021 in dieser Datenbank ist für Hersteller und Lieferanten nicht nur Verantwortung, sondern auch Pflicht.

Herausforderungen
für Material Compliance

Zunehmender Substitutionsdruck

Die stetig verschärften rechtlichen Anforderungen zwingen alle Beteiligten zum kontinuierlichen und systematischen Controlling der verwendeten Materialien.

Verstärktes Bewusstsein

Abnehmer, Kunden und die Öffentlichkeit erwarten von Herstellern und Lieferanten umwelt- und sicherheitsbewusstes Handeln. Verantwortungsvolles EH&S-Management wird zunehmend auch zu einem ökonomischen Erfolgsfaktor.

Komplexe Lieferketten

Sowohl die eigene Fertigungstiefe als auch die Lieferkette werden zunehmend komplexer. Für die Nachvollziehbarkeit und Deklarationsfähigkeit der in den Produkten enthaltenen Substanzen ist ein funktionierender Informationsaustausch mit Zulieferern unverzichtbar.

Ausgeprägte Produktvarianz

Bei abnehmender Losgröße wird eine präzise Substanzdeklaration zu einer organisatorischen Herausforderung. Die Fähigkeit, individuelle Produktvarianten zu deklarieren erfordert hohe Prozessdisziplin und ausgereifte Methoden, um die geforderte Datenqualität sicherzustellen.

Domänenübergreifende Kollaboration

Material Compliance ist eine End-to-End Herausforderung. Für Effiziente Ergebnisse ist ein nahtloses Zusammenspiel unterschiedlicher Unternehmensfunktionen erforderlich. Neben den Entwicklungsabteilungen sind hier auch Einkauf und Qualitätsmanagement zum Handeln aufgerufen.

Die SCIP Datenbank

Mit der SCIP-Datenbank (SCIP = Substances of Concern in Products) wird seitens der ECHA (European Chemicals Agency) eine transparente Plattform geschaffen, mit der Lieferanten, Hersteller und Abnehmer von Produkten SVHC in ihren Erzeugnissen deklarieren sowie auf Deklarationen zugreifen. Hierdurch soll insbesondere der Umwelt- und Gesundheitsschutz im Recycling unterstützt werden.Die SCIP – Datenbank ist der seitens des Gesetzgebers festgelegte Weg, SVHC-bezogene Deklarationen (auf Basis REACH und RoHS) zentral zu erfassen.

Pflichten von Herstellern und Lieferanten

Als gefährlich eingestufte Substanzen treten direkt und indirekt in zahlreichen Produkten und Branchen auf. Als Konsequenz betrifft das Thema die Mehrzahl der im europäischen Wirtschaftsraum produzierenden Unternehmen.
Mit dem Stichtag vom 5. Januar sind Hersteller und Lieferanten zur Deklaration in der SCIP-Datenbank verpflichtet.

Kommen die Unternehmen dieser Pflicht nicht nach, drohen neben Strafzahlungen und dem Verlust von Marktzugängen schlimmstenfalls sogar eine beschädigte Reputation. Eine gewissenhafte Prüfung der Lieferkette, der Datenqualität, sowie der für Material Compliance relevanten Prozesse ist unabdingbar.

Wie ist ihr Unternehmen aufgestellt?

Unternehmen sind nun gefordert Ihre Organisation auf die bevorstehende Änderung vorzubereiten. Unsere Evaluation kann Ihnen dabei helfen einzuschätzen, welche organisatorischen und prozessbezogenen Aspekte es zu betrachten gilt.Optional schicken wir Ihnen gerne eine aggregierte Ergebnisübersicht zu, durch die Sie ihr Unternehmen branchenintern vergleichen können. Beherrschen Sie SCIP? Zur Survey >

Wie gehen Sie Material Compliance an?

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Zielgerichtetes Handeln um Nachhaltigkeit effizient zu gestalten

Die neuen Vorgaben gehen für viele Unternehmen mit weitereichenden Änderungen der Arbeits- und Denkweise einher. Um zum Stichtag am 05. Januar 2021 aufwändige manuelle Deklarationswege und kostenintensive chemische Analysen der Produkte zu vermeiden, besteht bereits heute Handlungsdruck

Unser Leistungsspektrum

Awareness Schaffen

Management-Informationen / Awareness Sessions zur Schaffung eines unternehmensweiten Mindsets für systematisches Material Compliance Management

Prozess-Analyse

Aufnahme der bestehenden Material-Compliance-Prozesse, Herausforderungen in der bestehenden Ablauforganisation, Identifikation von Non-Compliance-Risiken

Prozess-Design

Ableitung des End-to-End Zielbilds für nachhaltige, systematische Material Compliance, Identifikation der betroffenen Domänen, Beschreibung der Anforderungen an die zukünftige MatComp Architektur

Systemarchitektur

Harmonisierung des Informationsflusses aus PLM- und ERP-Umgebungen für dieÜbertragung in die SCIP-Datenbank. Analyse und Anforderungsbeschreibung fürSchnittstellen und Daten-Mapping. Analyse des Datenbestands und Ableitung dererforderlichen Schritte zur Datenbereinigung.

Operationalisierung

Etablieren der neuen Arbeitsweisen im Unternehmensalltag durch Schulung der betroffenen Anwender und dokumentierte Handlungsanweisungen.